Was in Amerika Google ist, ist in Deutschland die Bundesrepublik. Google sammelt in Amerika fleißig Daten über Personen, Häuser, Autos, Tiere, Unfälle usw.! Und was lese ich da gerade bei SpiegelOnline? Die BRD sammelt in Deutschland fleißig KFZ-Kennzeichen und fragt diese OnDemand gleich mit den Fahndungsakten ab.
Ohhh, werden jetzt viele aufschreien, das geht doch nicht. Wo bleibt da denn die Menschenwürde. Und vor allem die ganzen Blogger hier sind ja alle gegen Wolfgang Schäuble und seine Pläne mit der Vorratsdatenspeicherung. Ich persönlich finde es gut und fühle mich dadurch noch sicherer.
Schade, dass es im Moment in Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist. Da sind die Herren in Hessen schon einen Schritt weiter. Hier werden am Tag rund 4.000 Autos erfasst und abgeglichen.
Und ja, es gibt schon erste Erfolge: Auf 3.000 Kennzeichen kommt ein Treffer.
Komisch ist nur, dass Bayern am Tag ca. 170.000 Kennzeichen erfasst, aber das ganze hier nur als Testphase läuft. Was machen wir hier anders?
Um auf meinen Beitragstitel zurück zu kommen. Was wäre wenn Google die Daten der Bundesrepublik bekommen würde und das ganze in ihr System einpflegen würde? Dann hätten wir auf einmal zwar statische Karten, aber wir könnten immer sehen wo welches Fahrzeug zu welcher Zeit war. Überwachung TOTAL!
Wer sagt eigentlich, dass Google nur Fotos macht und nichts scannt? Die Möglichkeiten dazu hätten sie ja. Immerhin loggen sie ja schon alles was man sonst so macht.
Und demnächst gibt es ja noch ein Betriebssystem für Handys von Google. Kann man dann irgendwo auch noch live verfolgen, wann man welche Suchanfrage wo gestartet hat? Ach was reden wir von Suchanfragen.. Google will inzwischen ja schon unser Erbgut…
Warum bist du für die Sammlung sensibler Daten durch die Behörden aber gegen die Sammlung von Fotos durch ein Unternehmen?
Google macht nur ein paar Fotos (keine Gesicher-Erkennung, keine aufgezeichneten Kennzeichen, keine Verfolgung der täglichen Arbeitswege). Pech gehabt, wenn du bei Google StreetView auf dem Foto bist, das hätte dir mit jeder normalen Handykamera auch passieren können. Und in deinem Haus bleibst du unter normalen Umständen vor Googles Kameras sowieso geschützt.
Die BRD dagegen speichert bis zu sechs Monate lang, wo du dich bewegt hast hast, wem du Emails geschrieben hast, wo du rumsurfst und mit wem du wie lange telefoniert hast. Diese Art der Überwachung macht dann nichteinmal vor deinen eigenen vier Wänden halt. Und das nicht nur, wenn du eh’ unter Verdacht stehst, sondern einfach so. Rund um die Uhr.
Und auch durch die Erfassung von KFZ-Kennzeichen ist eine eindeutige Zuordnung von Fahrzeughalter und Ort der Aufnahme möglich.
Das macht mir deutlich mehr Sorgen als ein paar Satellitenbilder oder Fotos eines vorbeirauschenden PKWs.
Ganz einfach: Bei der BRD gibt es noch so etwas wie eine Opposition, eine Demokratie. Was aber gibt es bei Google?
Google sammelt eifrig Daten und verwaltet diese. Keiner weiß so wirklich, was Google eigentlich weiß.
Hast du dir schon einmal überlegt, ob die Daten die du bei Google löscht, überhaupt gelöscht werden?
Da man aber schon fast davon sprechen kann, dass jeder Bundestagsabgeordnete der Großen Koalition dazu gezwungen wurde, der Schiene seiner Partei zu folgen, ist das ganze auch nicht mehr wirklich demokratisch.
Während der Regierungsapparat sich selber seine eigenen Gesetze und Verordnungen schafft (Viren-Scannern soll es verboten werden, den Bundestrojaner zu erkennen), ist Google wird von Gesetzen dazu gezwungen, die Daten vertraulich zu behandeln.
Zudem sammelt Google nur das, was öffentlich zugänglich ist. Wenn ich nicht will, dass Google meine Inhalte anzeigt, kann ich sie, zur Not mittels Rechtsschritten, aus dem Index löschen lassen.
Wenn dem dann seitens Google nicht Folge geleistet wird, hat Google ein Problem, und nicht ich.
Die Bundesregierung will jedoch alles speichern, auch wenns die Öffentlichkeit überhaupt nichts angeht, was ich tue.
Ach übertreib mal nicht
Ich habe nichts zu befürchten, daher dürfen sie gerne meine Kennzeichen scannen. Und wenn es für die Jagd nach Verbrechern hilfreich ist, dann ist es doch super.
Einerseits heulen alle rum wg. Datenschutz beim BRD, andererseits werden Videos, Text & Bilder ins Netz geladen, als wäre es ein privates Album.
Da verstehe mal einer die Welt…
Wo hab ich denn übertrieben?
Der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow z.B.:
[...] Von uns Abgeordneten wird erwartet, dass wir den Kurs der Regierung unterstützen, auch wenn wir persönlich anderer Meinung sind. [...] Wer in der Fraktion etwas werden will, muss sehen, dass er mit der Mehrheit stimmt – so einfach ist das. [...]
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/index.php?id=110&tx_ttnewstt_news=3658&type=98
Der Einsatz von “Computersicherheitswerkzeugen” ist ja schon verboten, über ein Verbot der Erkennung durch AntiViren-Software wird auch gemunkelt.
http://www.ccc.de/updates/2007/paragraph-202c
Wie bereits gesagt, wenn ich etwas selber hochlade, weiss ich, dass es öffentlich zugänglich ist. Da darf ich mich im Nachhinein auch nicht mehr beschwehren.
Weitere interessante Informationen zur vertraulichen Behandlung der Daten:
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/83/87/lang,de/#Der_Zugriff_auf_die_gespeicherten_Daten_ist_nur_unter_engen_Voraussetzungen_.28z.B._richterliche_Anordnung.29_zul.C3.A4ssig
Wie ich diese Diskussionen hasse…
Es gibt eh keinen gemeinsamen Nenner.
Ich kann genauso fragen: Was hast du gegen Sicherheit?
Kann ich auch: Hast du was gegen den Irakkrieg?
Der war doch auch gegen den Terror.
Kann ich besser: Willst du das Kinderschänder ungestraft davon kommen?
Du merkst es ist nicht leicht….
Natürlich will ich das nicht.
Aber mit der Vorratsdatenspeicherung “ermittelt” der Staat gegen jedermann, nicht nur gegen die vermeintlichen Straftäter.
Und wenn man jetzt eine großflächige Unzufriedenheit für solch eine niedrige Erfolgschance in Kauf nimmt, ist das einfach nicht mehr angemessen.
Siehe der Widerstand gegen Überwachungsfirmen wie die CCTV in Großbritannien: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9473/1.html
Der Richterverband geht von einer Verbesserung der Aufklärung durch die Vorratsdatenspeicherung um gerade einmal 0,006 Prozent aus: http://www.golem.de/0707/53525.html
Ach und zu allem Überfluss wollen jetzt die USA auch noch Zugriff auf die EU-Weite Bürgerüberwachung: http://yro.slashdot.org/article.pl?sid=06/05/13/1733214