Das gestern Probleme bei der Verbindung zu diversen Google-Diensten durch T-Online bestanden haben, habe ich ja gestern schon zu Genüge angesprochen. Auf diesen Zustand bin ich aber nicht etwa durch das versuchte Abrufen von E-Mails aufmerksam geworden, sondern durch einen Kollegen hier in der Firma der mich zu sich bat und dann nur noch brüllte “Das Internet ist kaputt!”.
Ja natürlich, nur weil Google als Startseite eingerichtet war, und diese nicht erreichbar war, ist sein Internet noch lange nicht kaputt. Auch weil nach einer Eingabe über die Suchmaske direkt im Firefox keine Ergebnisse ausgespuckt wurden ist das Internet noch lange nicht kaputt. Es ist aber schon erstaunlich wie manche Laien Google sehen. Google ist für viele also das Internet. Und in der Tat, Google spielt eine bedeutende Rolle im Internet, das wurde mir erst gestern richtig bewusst.
Suchanfragen konnte man – zumindest über Google direkt – erst einmal nicht mehr machen. Was also als Laie tun, wo einem doch seit Jahren eingeflößt wird, dass man nicht mehr sucht, sondern nur noch googled. Hat sogar gestern bei Johannes B. Kerner Sylvie van der Vaart mal wieder fleißig Werbung Big G. gemacht. Wer sucht nicht im Internet nach seinem Gegenüber?
Wenn einem so stark suggeriert wird, dass man doch bitte nur noch Google als Suchmaschine nutzen sollten, wie soll dann bitte die Masse an Ask, Live.com, Yahoo & Co. denken?
Ähnlich sieht es doch bei anderen Diensten aus. Wenn man erst einmal bei Google ist, hat man doch gerne auch seine E-Mails, Feeds, sowie Website-Statistiken oder gleich noch Dokumente dort. Doch was für ein wirtschaftlicher Schaden entsteht dadurch, wenn man diese, wie eben gestern, mal für ein paar Minuten oder gar Stunden nicht mehr erreichen kann? Ganz zu schweigen von AdSense-Anzeigen die nicht mehr eingeblendet werden und dadurch große Mengen an Traffic & Umsatz wegbrechen können bzw. werden.
Sicherlich war dieser “Ausfall” eine Ausnahme und wir so schnell nicht wieder vorkommen, aber es sollte uns allen doch zu denken geben, was für Folgen es haben kann, wenn man seine Daten so zentral verwaltet.
Sicherlich, dies war nur ein kleiner Ansatz, ein Denkanstoss. Vielleicht hat der ein oder andere von euch weitere Gedanken und möchte an meinem Artikel anknüpfen. Ich würde mich freuen. Fridaynite hat ja schon über ähnliches berichtet.
Also ich hab mir das gestern auch etwas durch den Kopf gehen lassen, wie sehr ich denn von Google abhängig bin. Zuerst ist es mir aufgefallen als der IMAP-Server von Google nicht ging. Danach wollte ich was in meinen Kalender eintragen und dies ging auch nicht. Ich checkte meinen Feedreader und die Google-Suche und nix ging, das war schon eigenartig, da man eigentlich immer davon ausgeht das Google “halt geht”. Immer wenn ich testen will ob die Verbindung zum Internet steht setz ich nen Ping auf google.com ab.
Meine E-Mails traue ich mittlerweile NIEMANDEM mehr an. Dafür hab ich seit jahren meinen eigenen Server. Für Kalender und Feedreader bin ich ziemlich krass an Google gebunden, was mir nicht so wirklich gefällt, aber die Applikationen sind halt einfach so gut
Während der Downtime hab ich übrigends für Suchanfragen wieder zu yahoo.com gewechselt und war positiv überrascht wie gut die Suchmaschine aufgeholt hat. Komischerweise ist mir ask.com nicht als Alternative in den Sinn gekommen …