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Spuren im Sand

Aaron hat mir vorgestern eine interessante Geschichte zum Thema Mensch & Gott per E-Mail geschrieben. Aus diesem Grund möchte ich Euch diese hier auch nicht vorenthalten:

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
“Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?”

Da antwortete er:
“Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen.”

Originalfassung des Gedichts Footprints (c) 1964 Margaret Fishback Powers;
deutsche Fassung des Gedichts Spuren im Sand (c) 1996 Brunnen Verlag, Gießen.

Gott kommt zu Besuch

Ein Mann erfuhr, dass Gott zu ihm kommen wollte. Da wurde er schrecklich
nervös.

„Zu mir?” rief er. „In mein Haus?”

Und er rannte in alle Zimmer, er lief die Treppen rauf und runter, er
kletterte zum Dachboden hinauf, er stieg in den Keller hinab – und sah
sein Haus mit anderen Augen.

„Unmöglich!” jammerte er. „In diesem Dreckstall kann ich keinen Besuch
empfangen, schon gar nicht Gott! Alles voller Gerümpel. Kein Platz zum
Ausruhen. Keine Luft zum Atmen.”

Also riss er alle Fenster und Türen auf und rief hinaus: „Brüder,
Freunde, Leute! Helft mir aufräumen – irgendjemand, bitte! Aber schnell!”

Er macht sich sofort daran, sein Haus zu putzen. Durch die dicken
Staubwolken sah er, dass ihm tatsächlich jemand zu Hilfe gekommen war,
worüber der Mann mehr als dankbar war. Sie schleppten gemeinsam das
Gerümpel hinter das Haus, schlugen es klein und verbrannten es. Sie
schrubbten die Treppen und Böden. Sie brauchten viele Kübel Wasser, um
die Fenster zu putzen. Und noch immer klebte der Dreck an allen Ecken
und Enden.

„Das schaffen wir nie!” schnaufte der Mann.

„Doch, das schaffen wir.” sagte der andere.

Sie plagten sich den ganzen Tag. Und tatsächlich waren sie spät am Abend
fertig. Sie gingen in die Küche und der Mann deckte den Tisch.

„So” sagte er, „jetzt kann er kommen, mein Besuch! Jetzt kann Gott
kommen. Wo er nur bleibt?”

„Aber ich bin ja da.” sagte der andere und setzte sich an den Tisch.
„Komm, und iss mit mir.”

via E-Mail von Aaron.